ASB Kinder- und Jugendhilfe in Rostock und unserer Region

Schmarler Projekt „Mein Stadtteil ist bunt“ nimmt Abschied

Alexander Knipper, Projektkoordination

Der Rostocker Stadtteil Schmarl hat sich vor fünf Jahren auf den Weg gemacht, bunter zu werden. Die Idee des Projekts entstand 2015, als viele geflüchtete Menschen, darunter zahlreiche Familien, aufgrund von Krieg  und Verfolgung nach Rostock kamen. Als Fachkräfte der ASB KJH stellten wir uns die Frage, wie wir die Ankommenden in ihrer Verschiedenheit willkommen heißen und bei uns im Stadtteil Schmarl bestmöglich integrieren können. Mit verschiedenen Angeboten zur Begegnung mit Menschen aus Schmarl und durch zahlreiche Veranstaltungen zu interkulturellen Fragen und Themen haben wir Einheimische und Zugewanderte schrittweise füreinander geöffnet und in Kontakt gebracht. Das war für beide Seiten ein spannender und nicht immer konfliktfreier Weg. Dabei haben wir viel ausprobiert, gelernt und wenn es nicht gelang, wieder verworfen. Es gab u.a. den interkulturellen Stadtteildialog, das Sprachcafé, verschiedene Kunst-, Film  und Musikprojekte, Beiträge über Interkulturelles in der Stadtteilzeitung, Bildungsfahrten- und ausflüge sowie interkulturelle Feste für jung, alt, groß und klein.
Heute sind die meisten zugewanderten Familien und ihre Kinder im Stadtteil Schmarl gut integriert, haben Arbeit bzw. eine sinnstiftende Tätigkeit gefunden und begonnen, die Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort zu nutzen. Wir freuen uns, dass wir diesen Prozess mit unserem Projekt und den Kooperationspartner*innen mit angestoßen und begleitet haben.
Unser Projekt war jedoch nur ein Anfang. Dass die Strukturen noch nicht nachhaltig sind und Kontakte leicht wieder abbrechen können, ist uns während der Pandemiezeit sehr deutlich geworden. Es fehlten einfach Begegnungsmöglichkeiten und sprachlich vermittelter Austausch. Es bedarf deshalb auch künftig weiterer Projekte und Initiativen, die das Zusammenleben zugewanderter und einheimischer Menschen in unserer Stadt stärken und Möglichkeiten für ein Miteinander bieten.
Nachhaltiges Engagement für Integration als Teil der Stadtteilarbeit benötigt Zeit, Offenheit, Gelassenheit und sehr viel Durchhaltevermögen.
Bleiben wir offen füreinander!

Das Projekt wurde durch „Aktion Mensch“ gefördert.